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Somersault
The Solitude & Me Tour

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Die schönsten Konzerte sind eigentlich keine Konzerte, sondern Musikerlebnisse. Und ein solches Erlebnis zu beschreiben, ist wie einen Song zu fotografieren. So wie der letzte, genüsslich wehmütige Urlaubsabend am Meer sich ins Herz gräbt, bleibt die Erinnerung an ein Somersault Konzert jenseits beschreibender Worte bestehen.

In den Rezensionen der Somersaultkonzerte fallen Worte wie "Zauberwelt" und "Sommerregen", von "hypnotischer Klangdichte" ist die Rede, "gesungenem Impressionismus" und "traumverlorener Musik". Und doch sind das nur Annäherungen. In der Musik klingt das federleichte Spiel mit Melodien, aber dahinter suchen Ängste und Dämonen die menschliche Seele heim. Was Somersault aber von anderen Sängerinnen unterscheidet: hier endet die Auseinandersetzung weder in Saiten zupfender Melancholie noch im Mahlstrom düsterer Balladen. Hier landen Dämonen weich und mit einem Augenzwinkern, das zeigt: diese Frau ist angekommen.

Ob in Clubs oder in der Philharmonie, Somersault macht sich überall die Bühne zum Zuhause
und begrüßt die Zuschauer im eigenen Wohnzimmer. Nach drei Alben, "By your Side", "Paper Walls" und "The Solitude and Me", Filmmusik für den US-Independentfilm "Igby goes down" und Philipp Stölzls "Goethe!", sowie Konzerttouren in Deutschland und Europa, u.a. als Support Act von Bryan Ferry und Reamonn, präsentiert sich hier eine Künstlerin, die weiß, was sie will und das mit ansteckender Hingabe zeigt. Und die, obwohl im besten Sinne des Wortes Independent, dabei keinen Moment lang quer oder schrullig daherkommt, sondern zugänglich, offenherzig, von fast transparenter Textur, mit leisen Tönen, die wachrütteln. Wie sie selbst sagt: "Wenn ich auf der Bühne stehe und anfange zu singen, gibt es nichts Anderes mehr in meinem Kopf. Du spürst nur dich und den Song."

Somersault, das heißt auch: sich in der Rolle vorwärts auch mal nach hinten wenden. Im englischen Begriff somersault (deutsch: Purzelbaum, Salto) vereinen sich zwei verwandte und doch entgegengesetzte Dinge - Spiel und Ernst, Spaß und Risiko. Selten glückte eine Namenswahl so treffend wie hier.

Auch die Besetzung macht klar, dass hier die Freude an der Musikalität im Vordergrund steht und nicht der Schein. Florian Rein von den Bananafishbones an der Percussion, Luke Cyrus Goetze an der Gitarre, Fany Kammerlander am Cello und als häufiger Gast Christian Loferer vom bayerischen Staatsorchester am Waldhorn weben einen Klangteppich, auf dem Somersaults Stimme fast schon ätherisch tanzt und schwingt, während sie uns bittersüße Geschichten erzählt. Und dabei kann man zusehen, wie echte, tiefe und doch hoffnungsfrohe Melancholie eine Brücke bauen kann zu einer Freude, die nicht auf Sand gebaut ist, sondern auf Songs. Oder um es mit ihren Worten zu sagen: "Du kannst in der turbulentesten Welt wohnen und von rotem Teppich zu rotem Teppich spazieren - und trotzdem fühlst du dich abgeschnitten vom Leben. Aber wenn man endlich bei sich ankommt, dann ist man nie mehr einsam."

Wer also Feist, Damien Rice, und Teitur schätzt, wird hier seine helle Freude haben. Denn es wird nichts präsentiert, nichts gefeatured und nichts verkauft, es wird etwas gelebt.
Ein Abend mit Somersault ist wie der letzte Urlaubsabend am Meer, er ist einfach: schön!

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